Glocken

 
Als die Pfarrkirche 1790 vollendet war, hatte man zunächst nur die beiden kleinen Glocken vom Lindenberg. Pfarrer Franz Steyrer ließ mit Hilfe von Spenden 1793 und 1794 dazu noch zwei anschaffen. Weil die damaligen Umstände nicht mehr erlaubten, war man eben "für jetzt mit dem Geblämbel" zufrieden. Die Pfarrgemeinde hatte offensichtlich für Glocken damals nicht mehr übrig. Erst Pfarrer Othmar Brogli wandte sich 1806 an Abt Speckle mit der Bitte um eine Glocke. Als dieser abwinkte, wandte sich die Gemeindebehörde von Eschbach-Stegen an die Regierung mit der Bitte um "Überweisung einer größeren Glocke, und zwar von St. Peter, wo acht Glocken wären". Abt Speckle wehrte sich gegen jede Abgabe mit der Begründung, "daß man die Harmonie des St. Petriner Geläutes nicht zerstören darf". Die Pfarrgemeinde-Angehörigen ließen aber die Glockenfrage nicht ruhen und reichten am Anfang des Jahres 1808 ein neues Bittgesuch um eine größere Glocke bei der Großherzoglichen Regierung in Freiburg ein. Darauf reagierte Abt Speckle in seinem Tagebuch vom 10. März 1808 mit der Bemerkung: "Es kam der Befehl an das Amt von St. Peter, daß eine Glocke von hier oder von St. Märgen nach Eschbach abgegeben werden solle". Dieser Befehl wurde aber erst am 25 Februar 1815 erfüllt, nachdem Abt Speckle laut Notiz im Tagebuch vom 24. Dezember 1814 die Erlaubnis gab, "daß eine Glocke und zwar die Größere aus dem Turm über dem Chor der Klosterkirche zu St. Peter nach Eschbach durch die Bauern dort mit amtlicher Vollmacht geschafft werde". Diese Glocke war für Pfarrer Brogli immer noch zu klein und er ließ bei den Gebr. Bayer, Glockengießer aus Freiburg, am 22. März 1815 eine neue Glocke von ca. 5,5 Zentner gießen, die Abt Speckle einweihte. So hingen bis zum Jahr 1861 vier Glocken im Kirchenturm: die von St. Peter, die neue und die 1793/94 von Pfarrer Steyrer angeschafften zwei. Nachdem inzwischen drei davon unbrauchbar geworden waren, ließ man von den Gebr. Koch in Freiburg am 26. November 1861 zwei neue Glocken gießen. Die größere wog 324 Pfund, und die kleinere 203 Pfund. Diese beiden waren einfach gehalten, während die Größte aus dem Jahre 1815 ein Relief von Jakobus, von Christus am Kreuz und von Maria als Himmelskönigin hatte.


Diese drei Glocken hingen im Turm der Kirche, bis am 04. Februar 1942 die beiden größeren abgenommen wurden. Sie kamen zwar im Jahre 1949 wieder zurück, konnten aber nur noch wenige Jahre ihren Dienst tun. Ein Glockenriß im September 1956 machte das Geläute völlig unbrauchbar. Ein Umguß war notwendig geworden, der im Jahre 1958 durch die Glockengießerei Schilling in Heidelberg erfolgte. Zugleich wurden die Geläute durch die Opferfreudigkeit der Pfarrgemeinde um eine vierte Glocke erweitert. Das neue Geläute hat als Tonfolge h', cis", fis" und ein Gesamtgewicht von nur 800 kg.

Die größte Glocke ist Christus geweiht und trägt die Aufschrift: "Christus dem König bin ich geweiht, ich mahne die Menschen der flüchtigen Zeit dient treulich dem König der Ewigkeit".


Die zweitgrößte Glocke ist dem Apostel und Kirchenpatron Jakobus geweiht und trägt die Aufschrift: "Jakobus Apostel und Kirchenpatron erbitte von Gott daß er gnädig uns schon und hilf uns erlangen den ewigen Lohn".

Die dritte Glocke ist Maria der Friedenskönigin geweiht und trägt die Aufschrift: "Maria Friedenskönigin du Mutter mit dem milden Sinn erflehe uns Frieden für die Zeit und Frieden für die Ewigkeit".

die kleinste Glocke ist dem seligen Bernhard von Baden geweiht und trägt die Aufschrift: "Bernhardus von Baden du christlicher Held hilf kämpfen und leiden wie du in der Welt damit wir gelangen zum himmlischen Zelt".


Alle Glocken haben das Patronatsbild und tragen den Namenszug des Glockengießers und die Jahreszahl 1958.

(Quelle: Buch Pfarrer Läufer "St. Jakobus Eschbach")

 

 

Glockenguß bei der Fa. Schilling in Heidelberg im Jahre 1958

   
   
 
 

Der Transport ist angekommen beim Gasthaus Engel mit dem LKW von Otto & Josef Scherer

 

 

Glockenweihe

 
 

Glockenhub

links Bürgermeister Max Spitz, mitte Pfarrer Gärtner, rechts Lehrer Wörner
 
 

Christusglocke                               Jakobus, Kirchenpatron

   

schlägt jeweils zur vollen Stunde

 
 
 

Maria Friedenskönigin           Bernhardus von Baden          

   
Diese Glocken schlagen viertelstündlich im Einklang
 

Das Uhrwerk

 

Der Kirchturm im Winter